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Bifi & PRA – Unsere Geschichte mit einer stillen Diagnose



Manchmal verändert sich das Leben nicht mit einem Knall – sondern ganz leise.

Schleichend.

Fast unmerklich.

So war es bei uns mit PRA (Progressive Retinaatrophie).


Bifi war immer ein lebensfroher, neugieriger Hund. Sicher im Alltag, verspielt, aufmerksam, voller Vertrauen. Und dann kamen diese kleinen Momente, die man am Anfang noch wegschiebt:


  • Unsicherheiten im Dunkeln

  • Zögern an Treppen

  • vermehrtes Schnüffeln

  • vorsichtigere Bewegungen

  • leichtes Erschrecken bei Berührungen



Nichts Dramatisches. Nichts, was sofort „Alarm“ schreit.

Aber mein Bauchgefühl wusste: Da stimmt etwas nicht.





Die Diagnose PRA



PRA ist eine genetisch bedingte Augenerkrankung, bei der die Netzhaut (Retina) langsam abstirbt.

Das bedeutet:


  • zuerst Verlust der Nachtsicht

  • dann zunehmende Einschränkung der Orientierung

  • langfristig Erblindung



Es gibt keine Heilung.

Keine Therapie, die es aufhält.

Nur Zeit. Anpassung. Begleitung. Liebe.


Die Diagnose zu bekommen, war ein Schock – auch wenn man es innerlich schon gespürt hat.

Nicht, weil Bifi „krank“ ist.

Sondern weil man weiß: Das Leben wird sich verändern.




Die Phasen der Veränderung



Was viele nicht wissen: Hunde durchlaufen bei Erblindung oft mehrere emotionale und mentale Phasen:



🐾 Phase 1 – Verunsicherung



Angst, Rückzug, Unsicherheit, Überforderung, manchmal Reizbarkeit.



🐾 Phase 2 – Kompensation



Mehr Schnüffeln, mehr Hören, mehr Tasten, mehr Wahrnehmen über den Körper.



🐾 Phase 3 – Anpassung



Der Hund baut neue Strategien auf.

Orientiert sich über Gerüche, Geräusche, Routinen, Signale.

Findet neue Sicherheit.


Bifi ist genau diesen Weg gegangen.

Und ja – es war emotional.

Ja – es war anstrengend.

Ja – es gab Tränen.


Aber es gab auch etwas anderes:


✨ Vertrauen

✨ Bindung

✨ Nähe

✨ eine neue Form von Kommunikation

✨ eine tiefere Verbindung




Was wir gelernt haben

Bifi & PRA – Unsere Geschichte mit einer stillen Diagnose

Blindheit bedeutet nicht Lebensverlust.

Blindheit bedeutet Veränderung, nicht Ende.


Hunde leben nicht in Angst vor der Zukunft.

Sie leben im Jetzt.


Was sie brauchen:


  • klare Strukturen

  • feste Routinen

  • Sicherheit

  • verlässliche Menschen

  • ruhige Führung

  • verständliche Signale

  • Geduld

  • Zeit



Nicht Mitleid.

Nicht Überbehütung.

Nicht Dauerstress.





Bifi heute



Bifi ist nicht „die blinde Hündin“.

Bifi ist:


🐶 fröhlich

🐶 neugierig

🐶 lernbereit

🐶 verschmust

🐶 mutig

🐶 sensibel

🐶 stark

🐶 lebendig


Sie sieht vielleicht weniger –

aber sie fühlt mehr.

Sie hört mehr.

Sie riecht mehr.

Sie vertraut mehr.




Und ich?

Ich habe gelernt, anders zu führen.

Anders zu denken.

Anders zu begleiten.

Anders zu kommunizieren.


Nicht aus Mitleid.

Sondern aus Respekt.





Warum ich diese Geschichte teile



Weil so viele Menschen Angst haben, wenn sie das Wort „blind“ hören.

Weil Diagnosen oft schlimmer klingen als das Leben selbst.

Weil Hunde unglaublich anpassungsfähig sind.

Und weil niemand diesen Weg alleine gehen muss.


Wenn du gerade am Anfang stehst:

Du schaffst das.

Dein Hund schafft das.

Und ihr wachst daran – gemeinsam.




Bifi hat mir beigebracht:

Sehen ist nicht das Wichtigste.

Vertrauen ist es. 💛




 
 
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