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Warum Hunde jagen – und wie du fair damit umgehen kannst



Viele Hundebesitzer kennen es: Ein Reh springt auf, eine Katze huscht weg – und der Hund ist plötzlich nicht mehr ansprechbar.

Im Allgäu ist Wildkontakt normal. Umso wichtiger ist es, zu verstehen, warum Hunde jagen und was du tun kannst.





Warum Hunde jagen



Jagen ist kein Fehlverhalten, sondern angeboren. Jeder Hund trägt diesen Instinkt in sich – einige stärker, andere schwächer.


Typische Gründe:


  • Biologische Veranlagung

  • Emotionen wie Aufregung oder Stress

  • Lernerfahrungen (z. B. Wild läuft weg → Verstärkung)

  • Rasseeigenschaften und Genetik






Die Phasen des Jagdverhaltens



Nicht jeder Hund zeigt alle Schritte – aber viele zumindest einen Teil davon:


  1. Suchen

  2. Fixieren

  3. Anschleichen

  4. Hetzen

  5. Packen

  6. Töten

  7. Zerlegen



Schon Suchen und Fixieren können gefährlich sein.





Warum Strafen nicht helfen



Wenn der Hund bereits im Jagdmodus ist, ist er emotional „weg“. Strafen:


  • erreichen ihn nicht

  • zerstören Vertrauen

  • erhöhen Stress und Erregung



Fairer Umgang bedeutet: Sicherheit, Verständnis und Alternativen.





So kannst du Jagdverhalten kontrollierbar machen




1. Sicherheit



  • Schleppleine

  • Brustgeschirr

  • Wildreiche Gebiete meiden



Sicherheit schützt Hund, Mensch und Wild.





2. Ruhe & Impulskontrolle



Hunde, die leicht hochfahren, jagen schneller.


Hilfreich sind:


  • Deckentraining

  • Entspannungssignale

  • Frustrationstoleranz

  • Ruhige Spaziergangsroutinen



Je ruhiger der Hund, desto weniger Jagdmotivation.





3. Rückruf & Abbruch aufbauen



Wichtig:


  • positiv

  • kleinschrittig

  • zuerst ohne Ablenkung

  • dann steigern



Ein guter Rückruf ist ein Trainingsreflex, kein Notfallknopf.





4. Jagdbedürfnis umlenken



Hunde brauchen Ersatzbeschäftigungen:


  • Mantrailing / Fährte

  • Suchspiele

  • Apportieren

  • Schleppleinenspaziergänge

  • kontrolliertes Zergeln



So darf der Hund seine Natur ausleben – nur eben sicher.





5. Körpersprache lesen



Achte auf frühe Warnzeichen:


  • Verlangsamen

  • Fixieren

  • gespannte Rute

  • geschlossener Fang

  • plötzlich weniger Orientierung zum Menschen



Je früher du es erkennst, desto leichter kannst du gegensteuern.





Realistische Erwartungen



Jagdtraining ist ein Prozess.

Wichtig sind:


  • Geduld

  • Humor

  • Konsequenz

  • Verständnis für den Hund



Perfekt wird niemand – aber kontrollierbar wird es mit Training.





Wann Training sinnvoll ist



Besonders, wenn:


  • der Hund stark hetzt

  • wenig Bindung da ist

  • Angst oder Stress mitspielt

  • du mehrere Hunde hast

  • ihr im wildreichen Gebiet (z. B. Allgäu) wohnt



Individuelles Coaching hilft, Alltag, Auslöser und Hund genau zu analysieren.





Fazit



Jagen ist völlig normal – aber im Alltag manchmal gefährlich.

Mit dem richtigen Wissen, fairen Methoden und Alternativen kannst du deinem Hund helfen, sicherer und entspannter mit dir durchs Leben zu gehen.


Wenn du Unterstützung brauchst, melde dich gerne – ich begleite euch mit Herz und Pfote.

 
 
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