
Warum Hunde jagen – und wie du fair damit umgehen kannst
- hundeschulewilcke
- 4. Jan.
- 2 Min. Lesezeit
Viele Hundebesitzer kennen es: Ein Reh springt auf, eine Katze huscht weg – und der Hund ist plötzlich nicht mehr ansprechbar.
Im Allgäu ist Wildkontakt normal. Umso wichtiger ist es, zu verstehen, warum Hunde jagen und was du tun kannst.
Warum Hunde jagen
Jagen ist kein Fehlverhalten, sondern angeboren. Jeder Hund trägt diesen Instinkt in sich – einige stärker, andere schwächer.
Typische Gründe:
Biologische Veranlagung
Emotionen wie Aufregung oder Stress
Lernerfahrungen (z. B. Wild läuft weg → Verstärkung)
Rasseeigenschaften und Genetik
Die Phasen des Jagdverhaltens
Nicht jeder Hund zeigt alle Schritte – aber viele zumindest einen Teil davon:
Suchen
Fixieren
Anschleichen
Hetzen
Packen
Töten
Zerlegen
Schon Suchen und Fixieren können gefährlich sein.
Warum Strafen nicht helfen
Wenn der Hund bereits im Jagdmodus ist, ist er emotional „weg“. Strafen:
erreichen ihn nicht
zerstören Vertrauen
erhöhen Stress und Erregung
Fairer Umgang bedeutet: Sicherheit, Verständnis und Alternativen.
So kannst du Jagdverhalten kontrollierbar machen
1. Sicherheit
Schleppleine
Brustgeschirr
Wildreiche Gebiete meiden
Sicherheit schützt Hund, Mensch und Wild.
2. Ruhe & Impulskontrolle
Hunde, die leicht hochfahren, jagen schneller.
Hilfreich sind:
Deckentraining
Entspannungssignale
Frustrationstoleranz
Ruhige Spaziergangsroutinen
Je ruhiger der Hund, desto weniger Jagdmotivation.
3. Rückruf & Abbruch aufbauen
Wichtig:
positiv
kleinschrittig
zuerst ohne Ablenkung
dann steigern
Ein guter Rückruf ist ein Trainingsreflex, kein Notfallknopf.
4. Jagdbedürfnis umlenken
Hunde brauchen Ersatzbeschäftigungen:
Mantrailing / Fährte
Suchspiele
Apportieren
Schleppleinenspaziergänge
kontrolliertes Zergeln
So darf der Hund seine Natur ausleben – nur eben sicher.
5. Körpersprache lesen
Achte auf frühe Warnzeichen:
Verlangsamen
Fixieren
gespannte Rute
geschlossener Fang
plötzlich weniger Orientierung zum Menschen
Je früher du es erkennst, desto leichter kannst du gegensteuern.
Realistische Erwartungen
Jagdtraining ist ein Prozess.
Wichtig sind:
Geduld
Humor
Konsequenz
Verständnis für den Hund
Perfekt wird niemand – aber kontrollierbar wird es mit Training.
Wann Training sinnvoll ist
Besonders, wenn:
der Hund stark hetzt
wenig Bindung da ist
Angst oder Stress mitspielt
du mehrere Hunde hast
ihr im wildreichen Gebiet (z. B. Allgäu) wohnt
Individuelles Coaching hilft, Alltag, Auslöser und Hund genau zu analysieren.
Fazit
Jagen ist völlig normal – aber im Alltag manchmal gefährlich.
Mit dem richtigen Wissen, fairen Methoden und Alternativen kannst du deinem Hund helfen, sicherer und entspannter mit dir durchs Leben zu gehen.
Wenn du Unterstützung brauchst, melde dich gerne – ich begleite euch mit Herz und Pfote.



